Originalfootage bei Adobe als 4k-Video https://adobe.ly/3TysYWm oder Foto https://adobe.ly/3Ep5cYC
Workflow für Zeitraffer-Aufnahmen im Sonnenaufgang
Amrum bietet für Zeitrafferaufnahmen allerlei Spektakel, kann man doch die wunderschöne Landschaft mit dem in der Regel an der See reizvollen Wolkenzug kombinieren.
Grund genug, sich hier an ein für mich neues Feld der Zeitrafferfotografie heranzuwagen: dem Sonnenaufgang. Was unterscheidet in der Zeitraffer-Fotografie einen Sonnenaufgang von einem Sonnenuntergang? Rein technisch gesehen eigentlich nicht viel, weil man auch hier die sich stetig ändernden Lichtverhältnisse beispielsweise über eine Software wie qDSLRdashboard ausgleichen lässt und große Lichtunterschiede im Motiv über Filter ausgleicht. Aber eben andersherum, von dunkel zu hell und nicht von hell zu dunkel, und genau das ist zunächst das Problem.
Zeit und Ort für eine gelungene Zeitraffer-Aufnahme eines Sonnenaufgangs
Zunächst banal: Wenn es noch komplett dunkel ist, kann man schwerlich erkennen, ob überhaupt ein lohnender Sonnenaufgang ansteht, also möglichst ein paar kleinere Wolken an der richtigen Position für ein morgendliches Farbspektakel und kein zugezogener Himmel. Dies bedeutet Wecker zur richtigen Zeit stellen, kurz rausschauen und abwägen. Hier bevorzuge ich eine App, die mir den exakten Sonnenaufgang und insbesondere hier ja den Zeitpunkt der ersten Dämmerung angibt, siehe Artikel Sonnen-Info. Der gewählte Spot darf dann aber nicht mehr weit weg sein und die ersten Sonnenstrahlen verpasst man damit auch zwangsläufig. Der später noch beschriebene Spot auf Amrum lag zum Glück in der Nähe von meinem Bett, so dass mit Anziehen, Hinweg und Aufbau ca. 30 Minuten Vorlaufzeit bis zum Aufnahmestart einzukalkulieren waren. Liegt der Spot weiter weg, so bleibt einem nichts anderes übrig, als den Abendhimmel plus Wettervorhersage anzuschauen und daraus eine eigene Prognose zu erstellen und im Dunkeln loszufahren. Hilfreich ist es wie in meinem Fall auch, wenn der Sonnenaufgang im Oktober oder März oder zeitlich in der Nähe davon liegt, weil sich hier späteres Aufstehen mit einer noch erträglichen Temperatur kombinieren lassen.
Aufbau der Technik in der Dämmerung
Der Aufbau: Dies ist das zweite Problem, weil man ja alles im Dunklen oder zumindest bei schlechten Lichtverhältnissen machen muss. Zu erkennen, ob der Reverse-Filter an der richtigen Stelle sitzt, könnte je nach Licht problematisch sein, im Zweifel muss man auf diesen Filter verzichten. Die Kamera sollte man quasi blind bedienen können, eine zusätzliche Taschenlampe oder notfalls Handylicht ist Pflicht. Beim Einstellen der Kamera sollte man ungefähr erahnen, wohin die Einstellungen der Kamera mit den heller werdenden Lichtverhältnissen laufen werden. Es empfiehlt sich, den ISO-Wert auf beispielsweise 800 festzulegen und mit der je nach Intervall längst möglichen Belichtungszeit zu starten. Über einen geeigneten Timer (ich verwende hier den LRTimelapse Pro 3) bietet es sich an, das Intervall über ein Ramping über die Laufzeit herunter zu regeln. Die Belichtung wird bei zunehmenden Sonnenlicht kürzer werden und ein Anpassen der Intervallzeit lässt das Video eleganter aussehen, wenn das Verhältnis Belichtungszeit und Restintervallzeit ungefähr bei 1:1 bleibt. Trotzdem sollte man das Ramping nur moderat einsetzen, damit die Intervallveränderung später in der Aufnahme nicht zu erkennen ist.
Der Rest ist bei mir Standard: Kamera mit Timer und qDSLRdashboard verbinden, in der Software natürlich von Sunset auf Sunrise umstellen und los geht’s.
Aber aufgepasst: Da der Lichtwechsel ja von dunkel nach hell geht, werden Fehler in der Belichtung beim Sonnenaufgang viel weniger verziehen als beim Sonnenuntergang. Bekanntermaßen sind überbelichtete Bildbereiche schwerlich zu retten, während es bei unterbelichteten Stellen es immer wieder eine Überraschung ist, wie viel Bildinformationen aus einem RAW-Bild herauszuholen sind.
Fotospots an der Odde von Amrum
Jetzt zu den beiden Spots auf Amrum: Das Apartment lag in Norddorf direkt am Beginn der Odde, einer wunderschönen Dünenlandschaft an der nördlichen Spitze der Insel Amrum. Mit dem Begriff Odde bezeichnet man in nordischen Gebieten eine schlanke, ins Meer ragende Landzunge. Ein erheblicher Teil ist als Naturschutzgebiet ausgezeichnet und bestimmte Abschnitte dürfen zur Brutzeit der Vögel nicht betreten werden.


Der erste Spot liegt etwas erhöht aus einer Düne. Hierzu fährt man am besten mit dem Auto auf den Parkplatz beim Naturzentrum Amrum und nimmt am Ende des Parkplatzes den Wanderweg in Richtung Odde an den Dünen entlang. Nach ein paar Hundert Metern gibt es einen kleinen Weg, der auf eine Düne (und dann weiter zum Strand) führt. Dort oben stellen wir uns hin. Im Oktober fotografiert man dann über die flachen Wiesen und die Wattlandschaft in Richtung Föhr.
Der zweite Spot ist von Norddorf noch schneller zu erreichen. Man geht auf den asphaltierten Deich und stellt sich dort in die erste Biegung nach links. Hier bietet es sich an, das ehemalige Cafe „Die Burg“ mit ins Bild zu nehmen, muss man aber nicht.
Originalfootage bei Adobe als 4k-Video https://adobe.ly/3A6qwzC oder Foto https://adobe.ly/3WUSgRv
Das Naturschutzgebiet Amrumer Odde
Die Amrumer Odde ist ein Naturschutzgebiet auf der Nordseeinsel Amrum in Schleswig-Holstein, Deutschland. Es ist ein Teil des Wattenmeers, das seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Die Amrumer Odde erstreckt sich über eine Fläche von etwa 1.700 Hektar und umfasst eine Küstenlinie von rund 12 Kilometern.
Das Naturschutzgebiet ist bekannt für seine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, darunter verschiedene Vogelarten wie Austernfischer, Rotschenkel und Seeadler, die hier brüten oder rasten. Auch Seehunde und Kegelrobben können in den Gewässern rund um die Amrumer Odde beobachtet werden.
Für Fotografen bietet das Naturschutzgebiet der Amrumer Odde eine Fülle von Möglichkeiten, fantastische Naturaufnahmen zu machen. Besonders lohnenswert sind hierbei die zahlreichen Vogelarten, die sich auf den Sandbänken und im Watt tummeln. Auch die beeindruckenden Wolkenformationen über dem Wattenmeer können eine lohnenswerte Motivquelle sein.
Allerdings ist es wichtig, die Tiere und ihre Lebensräume zu respektieren und nicht zu stören. Fotografen sollten daher unbedingt auf den ausgeschilderten Wegen bleiben und sich leise und unauffällig verhalten. Auch ist es ratsam, eine geeignete Ausrüstung mitzubringen, um die Tiere aus sicherer Entfernung zu fotografieren und ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht zu beeinflussen.
Wie kann man professionell aussehende Zeitraffervideos selber erstellen?
Wenn Du wissen willst, wie man Zeitraffervideos bei sich stark verändernden Lichtverhältnissen wie beispielsweise Sonnenaufgang und -untergang erstellt, lese diesen Blogartikel zum Zeitraffer-Workflow. In diesem Artikel wird ausführlich erläutert, wie man geeignete Locations auswählt, welches Equipment die Aufnahme unterstützen, wie der Aufnahmeprozess abläuft und welche Software die Aufbereitung für den Verkauf und Promotion der fertigen Videos unterstützt.