Magnetisches Graufilterset F:X Pro Mark II inklusive Polfilter

Rollei hat seine magnetischen Rundfilter Mark II (Rollei – Magnetische Rundfilter (Affiliate-Link)) in der aktuellen und leicht verbesserten Version relativ neu im Programm. Grund genug, das Graufilterset einmal näher aus der Praxissicht zu beleuchten, auch wenn ich mit dem variablen Rundfilter vorher auf die Nase gefallen bin. Spoiler vorab: die magnetische Lösung ist der Hammer und im Grunde im Filterbereich das, was man sich als Fotograf oder vor allem Videofilmer für ND-Filter und Polfilter schon immer gewünscht hat. Im Programm optional erhältlich sind neben Effekt-, Astroklar- und UV-Filtern sogar Grauverlaufsfilter, die aber bekanntermaßen baubedingt die Motivgestaltung gegenüber Rechteckfiltern einschränken, siehe hierzu diesen Artikel.

Direkter Link zum Anbieter (Affiliate-Link): Magnetische Rundfilter

Für diese magnetische Lösung gilt: kein fummeliges Geschraube oder Verkanten des Gewindes beim Filterwechsel, damit kein ständiges abwägen, ob der Aufwand gerade für dieses Motiv lohnt. Denn mal ehrlich: Gerade bei den Polfiltern entscheidet man sich doch gerne dafür, diesen gut verpackt in der Schachtel zu lassen, sich den Aufwand der Montage zu sparen und auf die spätere Nachbearbeitung in der Bildbearbeitung zu setzen – vom für mich eher seltenen Fall der Entspiegelung von Oberflächen mal abgesehen. Ein magnetischer Filter hingegen ist sehr schnell aufgesetzt und einsatzbereit, der Aufwand vergleichsweise gering.

Bestandteile des Filtersets und Kaufempfehlungen für Zusatzmaterial

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Das Filterset beinhaltet zwei magnetische Abschlusskappen, einen Basisring, 3 Graufilter in verschiedenen Abstufungen (ND8, ND64 und ND1000) und einen zirkularen Polfilter (CPL). In dieser Ausgangsform lässt sich das Filterset sehr platzsparend in der Jackentasche transportieren und ist daher beim Transport weder größen- noch gewichtsrelevant. (Im Bild ist zusätzlich dargestellt ein weiterer Deckel, ein Reduzierring und eine spezielle Transporttasche.)

Man kann die schnelle magnetische Montage der Filter nur effektiv nutzen, wenn man den Basisring dauerhaft am Objektiv lässt. Der normale Objektivdeckel passt dann nicht mehr, weswegen man eine der Abschlusskappen zum Staubschutz des Objektivs aufsetzt. Beim Zurückpacken des Sets in die Jackentasche wird man dann feststellen, dass die eine Setseite ungeschützt offen liegt, der Deckel haftet ja am Objektiv.

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Daher hier der erste Kauftipp: gleich einen zusätzlichen Deckel dazukaufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rollei dieser Denkfehler bei der Setzusammenstellung unterlaufen ist, sondern eher daraus resultiert, den Setpreis möglichst gering zu halten. Rollei – Frontkappe (Affiliate-Link)

Der zweite Kauftipp folgt gleich hinterher: Den Basisring gibt es je nach Objektivgröße in verschiedenen Durchmessern (62, 67, 72, 77 oder 82 Millimeter). Hier macht es Sinn, immer den größten angebotenen Durchmesser zu nehmen, auch wenn das eigenen Objektiv einen kleineren Durchmesser hat. So erhält man sich die Flexibilität, später auch größere Objektivdurchmesser mit dem Filterset zu kombinieren. Der dann notwendige Reduzierring kostet vergleichsweise wenig oder ist bei den Rechteckfiltersets von Rollei in verschiedensten Größen gleich mit dabei, sofern man dieses ebenfalls schon im Bestand hat. Wer seinen Aufbau so flach wie möglich halten möchte, kauft sich einen passenden Rollei Step-Up-Ring, der ebenfalls magnetisch ist und daher den Basisring überflüssig machen soll. Die Rollei Step-Up-Ringe sind von 62 bis 77 Filtergewinde erhältlich, ich selbst habe bislang darauf aber verzichtet und nutze einen normalen Reduzierring plus Basisring.

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Und noch ein dritter Kauftipp: Die spezielle Tasche kostet auch wieder extra und wird wohl aus dem gleichen Grund wie der dritte Deckel nicht gleich im Set mitgeliefert, ist aber sehr praktisch, weil sie das gesamte Set mit Reduzierring(en) und zusätzlichem Deckel sehr schön zusammenhält.
Rollei – Rundfiltertasche (Affiliate-Link)

Rollei

Einsatz des Filtersets

Für den Einsatz schraubt man den Basisring auf das Objektiv und gegebenenfalls vorher den Reduzierring auf das Objektiv. Die weiteren Filter werden dann je nach Bedarf einfach draufgesetzt und haften magnetisch. In den Fotopausen Deckel zum Staubschutz draufsetzen, fertig. Klingt sehr praktisch, ist es auch. Einziges Manko: Die Sonnenblende des Objektivs kommt sich mit dem Filteraufsatz in die Quere und wird daher in der Regel nicht zu verwenden sein. Diesen Kompromiss muss man also eingehen, allerdings wäre dies beim Einsatz von Rechteckfiltern ja ebenfalls der Fall.

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In dem Filterstapel sind die einzelnen Filter gut voneinander zu unterscheiden, da der Anwendungsfall, beispielsweise „ND64“ gut erkennbar an der Seite aufgedruckt ist. Beim Aufdruck ist die seitliche Riffelung ausgespart, was das Auseinanderziehen der Filter erleichtert. Der Aufdruck ist auch eine gute Hilfe, die Filter wieder richtig aufeinanderzusetzen.

Die Schrift muss jeweils die gleiche Ausrichtung haben, um die passende magnetische Polung zu haben. Wir erinnern uns an den Physikunterricht: plus und minus ziehen sich an, plus und plus sowie minus und minus stoßen sich ab. Das gleiche gilt für den Deckel: Hier am Objektiv immer den innen leicht gepolsterten verwenden, der andere ist selbst gar nicht magnetisch. Der gleichen Logik folgend müssen die Filter auf der Kamera immer so aufgesetzt werden, dass die Schrift die gleiche Ausrichtung hat wie der Basisring und damit lesbar sind, wenn man sich hinter der Kamera befindet. Klingt vielleicht zunächst kompliziert, ist aber sehr schnell verinnerlicht. Der Polfilter wird direkt auf dem darunter liegenden Trägerring gedreht, um ihn in die gewünschte Polarisationsebene zu justieren. Hierdurch bleibt der Aufbau sehr flach, ein zusätzlicher Drehring würde die Gesamtdicke des Aufbaus wieder erhöhen. Kombiniert man den Polfilter mit den Graufiltern, sollte der Polfilter zuletzt aufgesetzt werden, um ihn leichter zu fassen zu bekommen.

Zusammenfassung, Testergebnis

Fotografiert man unterschiedlichste Motive – beispielsweise bei einem Städtetrip – und man steht ständig vor der Entscheidung Filter ja/nein (Stichwort „Gestaltung der Tiefenschärfe durch Öffnung der Blende“), ist der magnetische Rundfilter perfekt, um den Aufwand für einen Filtereinsatz zu minimieren und damit die Entscheidung „pro Filter“ zu erleichtern. Wie oft verzichtet man ansonsten aufgrund des entstehenden Montageaufwandes darauf. Allein schon der magnetische Staubschutz durch den zusätzlichen Deckel erspart einem das Gefummel mit dem normalen Objektivdeckel. Rollei hat hier meiner Einschätzung nach auch einen sehr guten Kompromiss zwischen Abnehmbarkeit und Haftung der Filter und Deckel gewählt: Sie sollen nicht abfallen, aber auch nicht zu stark zusammenhaften. Die fehlende Sonnenblende durch den Filtereinsatz ist verschmerzbar, diesen Kompromiss muss man ja auch bei einem Rechteckfilter gehen.

Auch für den Zeitraffereinsatz ist dieser Filter geradezu ideal, wenn man für das Motiv keine Verlaufsfilter benötigt. Und für den Videofilmer über die Graufilter eine schnelle Möglichkeit, die Verschlusszeit mit der Bildfrequenz zu optimieren und die Zeit, in der das Motiv nicht gefilmt wird, zu verringern.

Insgesamt also ein sehr positives Kauferlebnis und trotz der aus meiner Sicht notwendigen Zusatzkäufe zum Set durchaus fair bepreist. Erhältlich ist dieses Set direkt auf der Rollei-Seite hier der Affiliate-Link: Magnetische Rundfilter