Professioneller Fernauslöser für Zeitraffer-Fotografen: LRTimelapse PRO 3


Frage: Warum sollte man 189 € für einen Intervallauslöser ausgeben, wenn es viel günstigere Möglichkeiten gibt?

Antwort: Für Zeitrafferaufnahmen lohnt es sich auf jeden Fall oder ist geradezu ein „Muss“, für eine reine Fernauslösung braucht nicht so viel Geld auszugeben.

Günstige Fernauslöser

Wie immer berichte ich nur über Hardware, die ich selbst erworben habe und kann daher den LRTimelapse Pro Timer 3 nur mit einem einfachen kabelgesteuerten Timer von Rollei vergleichen, quasi das genaue Gegenteil von komfortablen Funktionen. Diesen gibt es auf der Rollei-Seite nicht mehr, aber ein ähnliches Nachfolgemodell „V2“. Bei Amazon ist das alte Modell aber immer noch erhältlich: Preissegment ca. 25 €, https://amzn.to/3m4uRMd.

Welche Funktionen hat der Rollei-Fernauslöser aus dem Preiswert-Segment bzw. genauer: wie eingeschränkt ist dieses Modell:

  • Steuerung einer Kamera
  • Intervallaufnahmen bis zu 399 Aufnahmen (warum dies überhaupt eingeschränkt wurde hat sich mir nie erschlossen)
  • Intervalle in Sekundenschritten
  • Selbst-Abschaltung des Timers ohne Ein/Aus-Schalter

Für den Normalgebrauch eines Fernauslösers ist das aus meiner Sicht völlig ausreichend (bis auf den fehlenden Ein/Aus-Schalter), für Zeitraffer-Aufnahmen bietet der LRTimelapse PRO Timer 3 aber einige Funktionen, die das Fotografenleben doch erheblich vereinfachen.

Foto Koester

Funktionen des LRTimelapse PRO 3

Fangen wir mit dem letzten Punkt an. Ein fehlender Ein/Aus-Schalter klingt banal, führt in der Praxis aber dazu, dass man beim Verstauen des Timers in der Fototasche immer die Batterien herausnehmen muss, um nicht Gefahr zu laufen, dass diese leer laufen. Durch ein enges Verstauen kann der Timer nämlich auf die Idee kommen, dass ein Bedienungselement gedrückt sein soll, womit er wieder in den Bereitschaftsmodus schaltet. Doof nur, wenn dadurch die Batterien dann beim nächsten Fotospot leer sind und man keinen Ersatz in der Tasche hat.

Zudem kann man den LRTimelapse auf den Kameraschuh schieben, er baumelt damit nicht herum. Der Rollei-Fernauslöser neigt dazu,  bei Wind gegen das Stativ zu schlagen. Eine Befestigung beispielsweise durch ein Klettband am Stativ ist praktikabel, aber trotzdem lästig.

Der Rollei-Timer lässt eine Intervalleingabe nur in Sekundenschritten zu. Bei längeren Intervallen dürfte es fast egal sein, dass man beispielsweise nur zwischen 9 und 10 Sekunden wählen kann. Je kürzer das Intervall wird, umso gravierender wird diese Einschränkung jedoch. Bei schnellen Bewegungen und damit kurzen Belichtungszeiten will man die Zeit, in der das Motiv nicht aufgenommen wird, so kurz wie möglich halten. Insofern ist es von Vorteil, beispielsweise nicht nur zwischen 1 Sekunde und 2 Sekunden wählen zu können, sondern auch in Zentelschritten dazwischen. Oder noch viel besser: unter 1 Sekunde gehen! Hier wird man dann nur noch durch die Kamera eingeschränkt, die eine gewisse Zeit der RAW-Speicherung benötigt. Der Timer lässt Intervalle von 0,3 Sek bis 12h zu, dies wie gesagt in Intervall-Schritten von 0,1 Sekunden.

Die Beschränkung des Rollei-Timers auf 400 Aufnahmen finde ich nicht gravierend, da man ja unproblematisch ein neues Intervall starten kann, sofern man die ganze Zeit neben der Kamera steht. Ist das gewählte Intervall sehr kurz, wird es aber schwierig sein, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Bei längeren Intervallen wartet man einfach die Intervalllänge ab und startet neu. Wenn man die Kamera allerdings alleine lässt (beispielsweise eine längere Nachtaufnahme), funktioniert das natürlich nicht mehr. Der LRTimelapse hat jedenfalls keine Beschränkung der Anzahl der Aufnahmen (quasi bis der Akku leer ist) und lässt einem hier völlige Gestaltungsfreiheit.

Der LRTimelapse Timer hat zwei Ausgänge, kann also auch 2 Kameras gleichzeitig ansteuern. Das ist noch unspektakulär, weil man hierzu ja einfach einen weiteren Billig-Timer nehmen könnte. Mit dem zweiten Ausgang kann aber auch ein dafür geeigneter Slider gesteuert werden. Der Timer gibt also Steuerungssignale, wann sich der Slider zu bewegen hat und wann nicht, nämlich während der Aufnahme. Das klingt sehr spannend, konnte ich aber mangels geeigneter Motion Control-Hardware noch nicht ausprobieren.

Ein für mich herausragender Vorteil des LRTimelapse Pro Timers ist für mich die viel geringere Blockade der Kamera durch den Timer. Billig-Timer wie der von Rollei neigen dazu, ein viel zu langes und im Zweifel sogar unnötiges Autofokussignal an die Kamera zu schicken. Dies auch in den Fällen mit abgeschaltetem Autofokus, also der Normalzustand bei Zeitrafferaufnahmen. Ich kam beim Rollei-Auslöser auf über 4 Sekunden Blockadezeit, in der die Kamera nicht aufnehmen konnte, das Motiv sich aber weiter verändert hat. Mit dem LRTimelapse-Timer bekomme ich durch das sehr kurze Autofokussignal noch bei Intervallen von ca. 1,5 Sekunden kurz ein Histogramm angezeigt. Die Kamera bleibt also noch ansprechbar.

Ein weiterer Clou ist das Intervall-Ramping. Gerade bei sich stark verändernden Lichtverhältnisses (Sonnenunter- oder -aufgang) verändern sich ja die Kameraeinstellungen hinsichtlich Belichtungszeit, ISO und Blende. Beim Sonnenuntergang wird die Belichtungszeit immer länger und rückt damit immer näher an das gewählte Intervall ran. Mit dem LRTimelapse-Timer kann man nun während der Aufnahme das Intervall verlängern, dies zudem über einen selbst gewählten Zeitraum in kleinen Schritten, damit dies bei der späteren Aufnahme nicht zu sehen ist. Finde ich einfach genial und lässt einem auch Möglichkeiten, sich bei der Veränderung des ISO-Wertes (Auswirkungen auf das Rauschen der Kamera) und der Blende (Auswirkungen auf die Tiefenschärfe) zurückzuhalten und während der Aufnahme die Belichtungszeit zusammen mit der Intervalllänge anzupassen.

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Wer kennt das bei Zeitrafferaufnahmen nicht: Wie lange läuft meine Aufnahme, wie viele Bilder benötige ich, wie lange dauert die spätere Aufnahme? Diese Infos gibt einem der LRTimelapse Pro nach Definition der Intervalllänge und der Anzahl der Aufnahmen. Die Endzeit wird berechnet, die Dauer der Aufnahme und die des späteren Videos. Die Berechnung am Drehort über die Taschenrechnerfunktion des Handys entfällt also (Kopfrechnen war eh nie meine Stärke).

Final erwähnt sei noch, dass der Timer komplett über einen Drehregler bedient wird. Nach kurzer Eingewöhnung klappt dies prima. Die Stromversorgung erfolgt über Akkus (Aufladung über Micro-USB), der lästige Batteriekauf entfällt also. Das Kabel für die Kabelverbindung muss separat erworben werden, was insofern sinnvoll ist, weil die Hersteller unterschiedliche Anschlüsse vorgesehen haben, zum Beispiel Nikon und Canon. Man kann auch neben den normalen Intervallen auch zeitgesteuerte und periodische Aufnahmen machen, eher eine Spezialanwendung. Über Firmware-Updates können aktualisierte Version der Steuerungssoftware eingespielt werden.

Fazit: Für Zeitraffer-Fotografen klarer Daumen hoch und klare Kaufempfehlung, für einfache Fernauslösungen gibt es günstigere Lösungen.

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