Trau Dich was: APS-C-Sensorreinigung selbst gemacht

Sensor, reinigung, reinigen, fleck, sensorfleck, asp-c, swap
Sensorfleck in vergrößerter Darstellung

Bei meinen beiden Kameras hatte ich sichtbare Flecken auf dem Sensor. Sichtbar heißt hier, dass bei monochromatischen Hintergründen wie zum Beispiel einem blauen Himmel sichtbare Flecken zu sehen sind. Das Bild-Beispiel ist ein besonders dunkler Fleck, aber auch weniger heftige Verunreinigungen sind sofort im Bild zu sehen. Insbesondere, wenn man „wissend“ ist und weiß, wohin man schauen muss.

Für die Zeitraffer-Erstellung bedeutet dies, dass man im Zweifel bei mehreren Hundert Bildern die Flecken einzeln wegstempeln muss. Eine Automatisierung bietet sich hier nicht an, weil durchziehende Wolken oder leichte Farbnuancen es erfordern können, dass die Stempel-Vorlagen immer von anderen Stellen genommen werden müssen, um nicht aufzufallen.

Wer sich nicht selber an die Reinigung herantraut, muss im Fachhandel mit ca. 60 € pro Kamera rechnen.

Wer sich selber herantraut, muss vorher wissen, dass er am Herzstück der Kamera operiert und dies mit entsprechender Vorsicht tun sollte. Alle beschriebenen Schritte passieren daher selbstredend auf eigene Gefahr.

Auf der Suche nach Flecken

Den Flecken – sofern nicht schon direkt auf den Bildern sichtbar – kommt man in der Form auf die Spur, dass man mit einer möglichst offenen Blende einen strukturlosen Hintergrund fotografiert. Beispielsweise einen blauen Himmel oder eine einfarbige Wand. Über das Hineinzoomen in das Bild wird man die entscheidenden und später auch sichtbaren Flecken schnell finden.

Erster Schritt. Verwenden der integrierten Sensorreinigung

Moderne Kameras verfügen über eine in die Kamera integrierte Sensorreinigung. Bei meinen Kameras kann man entweder einen manuellen Reinigungsprozess auslösen oder auch eine Reinigung bei jedem Ein- und Ausschalten auslösen. Die ausgelösten Schwingungen sollen die Partikel vom Sensor abschütteln. Grundsätzlich eine gute Sache, für meine Flecken reichte dies nicht mehr aus.

Zweiter Schritt: Reinigung über einen Blasebalg

Einen Blasebalg sollte man sowieso immer dabei haben, diese Investition lohnt sich also schon aus dem Grund, dass man die Kamera vor einem Objektivwechsel abpusten sollte oder auch die Linse damit reinigen kann.

Bei meinen Spiegelreflexkameras muss ich im Kameramenü erst dafür sorgen, dass der Spiegel für die Reinigung weggeklappt wird, hierfür jeweils in die Bedienungsanleitung schauen.

Für die Sensorreinigung das Objektiv abschrauben und den Kamera-Body mit der Öffnung nach unten halten, damit der Staub auch herausfallen kann. Nun mit dem Blasebalg in Richtung des Sensors pusten, dabei aber tunlichst darauf achten, dass man genügend Abstand zum Sensor hat. Durch das Zusammendrücken und wieder loslassen des Blasebalgs wird sich die Spitze ja etwas bewegen, dies sollte man also mit einkalkulieren.

Bereits jetzt sollte man wieder ein Testfoto machen und schauen, ob dieser Reinigungsvorgang bereits gereicht hat.

Dritter Schritt: Nass-Reinigung des Sensors

Hier nochmals der Hinweis, dass eine Nassreinigung des Sensors auf eigene Gefahr erfolgt und gegebenenfalls Garantieansprüche erlöschen können. Auch aufgrund dieser Tatsache habe ich diesen Vorgang zunächst gescheut, mich dann aber doch herangetraut. Im Ergebnis hatte ich dann für mich festgestellt, dass es doch unkomplizierter war als gedacht.

Für die Nassreinigung gibt es im Fachhandel so genannte Swabs, die zusammen mit einer Reinigungsflüssigkeit verkauft werden. Für jede Reinigung sollte man zwei Swabs einkalkulieren: einen zur Nassreinigung, den anderen zur Trocknung des Sensors.

Die Swabs sind normalerweise einzeln und luftdicht verpackt, Auspacken und die Watteseite mit ca. 2 Tropfen der Reinigungsflüssigkeit befeuchten. Dann VORSICHTIG mit der nassen Swab-Seite mehrmals über den Sensor streichen. Diesen Vorgang zur Trocknung mit dem trockenen Swab wiederholen. Anschließend wieder ein Testfoto machen. Sollten doch noch Flecken zu sehen sein, den gesamten Vorgang wiederholen.

Fazit

Wenn man nicht ganz ungeschickt ist, kann man die Nassreinigung des Sensors selber durchführen. Man sollte dies aber nur dann machen, wenn diese Art der Reinigung absolut notwendig ist, weil die Sensorflecken stören und die Partikel sich nicht auf andere Weise entfernen lassen.