Bildstabilisierung in Adobe Premiere mit dem Effekt „Verkrümmungsstabilisierung“

Wie rette ich eine Video-Aufnahme mit leichten Wacklern?

Adobe Premiere bietet eine Funktion an, die für alle Zeitrafferaufnahmen interessant sein dürfte: die Bildstabilisierung

Ausgangslage bei mir war folgende: Das Filmen eines Sonnenuntergangs über Einzelfotos, um daraus später eine Zeitraffersequenz zu machen, hatte ich über eine manuelle Gleitschiene mit einer Seitwärtsbewegung versehen wollen. Manuell heißt hier, dass ich den Schlitten der Gleitschiene inklusive Kamera nach jedem Bild ein Stück weiterbewegt habe. Warum manuell? Meine motorisierte Gleitschiene hat nur einen „normalen“ Modulmotor, der für diese Aufnahme aber zu schnell von links nach rechts oder umgekehrt läuft und damit für einen Sonnenuntergang ungeeignet war.

Die manuelle Bewegung des Schlittens mit Kamera führt natürlich dazu, dass man diese Einheit immer wieder anfassen und weiterbewegen muss. In der gerenderten Sequenz machte sich dies vor allem durch auf- und Abwärtsbewegungen bemerkbar.

In Adobe Premiere habe ich daher den Clip über den Effekt „Verkrümmungsstabilisierung“ in der Bewegung geglättet und war begeistert vom Resultat.

Hierzu geht man folgendermaßen vor: Auf den Clip den Effekt über „Verzerren“ > „Verkrümmungsstabilisierung“ drauflegen. Sofort startet automatisch eine Analyse des Clips, die es abzuwarten gilt. Für den Beispielclip reichte es aus, die Stabilisierung auf „Ruhige Bewegung“ einzustellen, womit die seitliche Kamerafahrt bestehen blieb. Für stehende Aufnahmen kann man auch mit „Keine Bewegung“ den Bildausschnitt einfrieren. Des weiteren kann man unter „Glättung“ den Grad der Beruhigung einstellen und unter „Methode“ die Art der Stabilisierung einstellen, hier sollte in den Normalfällen die Einstellung „Position“ oder „Positionieren, Skalieren, Drehen“ reichen. Die weiteren Optionen dieses Effektes benötigt man nur bei hartnäckigeren Wacklern und sollten dann bei Bedarf ausprobiert werden.

Kommt man trotz aller Einstellungen nicht zu einem befriedigenden Ergebnis, bleibt für Experten noch in Adobe die Option, den Clip über Adobe After Effects zu stabilisieren: Hier kann man Tracking-Punkte definieren und so noch stärker das spätere Ergebnis beeinflussen, ist aber vom Zeitaufwand her zeitfressender.

Hier das finale Ergebnis: Eine ungewollte Kamerabewegung ist nicht mehr zu erkennen, der Aufwand hierfür war minimal, da ich mit den Standardparametern des Effektes ausgekommen bin.